Konzept

In der Produktionsschule (PSA) werden Waren und Dienstleistungen produziert und vermarktet. Die Waren werden nicht für den Eigenbedarf hergestellt, sondern auf dem Markt angeboten.
Die Produktionsschule verfügt über Werkstätten, in denen die Herstellung von Waren und Dienstleistungen möglich ist. Die Arbeitszeit der Jugendlichen sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter orientiert sich am gewerblichen Arbeitstag. Die Produktionsschule ist eine Ganztagsschule.
Die Jugendlichen erhalten einen Lohn. Produkte und Dienstleistungen der Produktionsschule erfüllen professionelle Qualitätsansprüche und sind marktfähig.
Werkstattarbeit und Unterricht

Den Kern der Produktionsschule bilden fünf Werkstätten. Der allgemeinbildende Unterricht findet in der Produktionsschule nicht als isolierter Unterricht statt. Die Aneignung theoretischer Kenntnisse geschieht, wenn immer möglich, im Zusammenhang mit der Produktion. Darüber hinaus erhalten die Schülerinnen und Schüler Kursangebote zur Erreichung eines Schulabschlusses. Der Produktionsprozess ist so organisiert, dass Raum gelassen wird für schriftliches Arbeiten und Reflexionsphasen. Der Produktionsbetrieb wird an einem Tag in der Woche unterbrochen. In dieser Zeit sind die Jugendlichen in einem betrieblichen Langzeitpraktikum.

Kooperation

Die PSA unterhält intensive Kontakte zu Wirtschaftsbetrieben, sozialen Einrichtungen und Schulen der Region. Sie ist eine Stadtteilschule.
Die Jugendlichen erhalten ein breit gefächertes Angebot an Praxismöglichkeiten.
Die vorhandenen personellen und materiellen Ressourcen werden koordiniert und effizient genutzt.

Zielgruppe

Die Produktionsschule ist für den Besuch von 70 Schülerinnen und Schülern vorgesehen. Es handelt sich dabei um berufsschulpflichtige Jugendliche, die ihre Vollzeitschulpflicht beendet haben und bei denen zu erwarten ist, dass sie kein anderes schulisches Angebot annehmen werden.

In pädagogisch begründeten Einzelfällen (schriftlich) kann eine Aufnahme nach Klasse 9 erfolgen. Folgendes Beratungs- und Entscheidungverfahren ist hierbei von den Beteiligten  einzuhalten:

  1. Die abgebende Schule stellt an die zuständige Fachaufsicht einen schriftlichen formlosen “Antrag auf vorzeitige Aufnahme an die Produktionsschule” – mit Informationen zur bisherigen Schullaufbahn sowie pädagogischen Begründungen für die vorzeitge Aufnahme (Darstellung der speziellen Gegebenheiten und Besonderheiten des Falles, die persöhnlichen Umständen des Jugendlichen und die pädagogischen Möglichkeiten der Schule).
  2. Die betreffende Schülerin / der betreffende Schüler,  i.d.R.  mit Erziehungsberechtigten, stellt sich an der entsprechenden Produktionsschule vor, wo ein ausführliches Informations- und Beratungs- und Zielerklärungsgespräch stattfindet.
  3. Danach wird ein kurzes “Schnupperpraktikum”
    (1 – 2 Tage) vereinbart.
  4. Im Anschluss findet eine abschließende Fallberatung durch das Team der Produktionsschule und die zuständige Fachauffsicht statt.
  5. Die zuständige Fachaufsicht trifft eine abschließende Einzelfallentscheidung (unter Berücksichtigung der Wünsche der Jugendlichen und der Frage nach der bestmöglichen Förderung).

Aufgaben und Ziele

Aufgabe der Produktionsschule ist es:

  • Das Arbeiten, Lernen und Zusammenleben in einem engen Zusammenhang zu organisieren.
  • Das praktische und theoretische Lernen durch die Produktion von Waren und Dienstleistungen zu strukturieren.
  • Kontakte zu Schulen, Trägern der Jugendhilfe und Wirtschaftsbetrieben aufzubauen und zu pflegen.

Auf dieser Grundlage verfolgt die Produktionsschule folgende Ziele:

  • Gemeinsam mit den Jugendlichen Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und zu vermarkten.
  • Den Jugendlichen durch die Herstellung von marktfähigen Produkten und Dienstleistungen Verantwortungsbewusstsein, Selbstbewusstsein und Selb- ständigkeit zu vermitteln.
  • Jugendlichen kontinuierliche berufliche und betriebliche Erfahrung zu ermöglichen.
  • Den Jugendlichen berufliche und persönliche Perspektiven zu eröffnen.
  • Den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich vorberuflichen Leistungsanforderungen zu stellen und eigene Stärken zu erkennen und weiter zu entwickeln.
  • Jugendliche in Ausbildung bzw. Beschäftigung zu vermitteln

Das gesamte Konzept zum Download (PDF)